15.03.21

Fernöstliche und westliche und Gedanken zu Nachhaltigkeit in der Bildung: Petra Johns und Prof. Jan Mayer zu Gast im Seminarkurs

Was haben die Ausbildung der Hoffenheimer Fußballer, fernöstliche Weisheit und die Bildung in der Schule gemeinsam? Im Seminarkurs des Hebel-Gymnasiums sprachen der Sportpsychologe Prof. Jan Mayer und die Shiatsu-Therapeutin Petra Johns zu den Möglichkeiten der Talentförderung. In dem Kurs unter der Leitung von Dr. Henning Hupe befassen sich die diesjährigen Elftklässler an dem Thema „Nachhaltigkeit“.

Die Expertin für asiatische Therapien und der westlich geprägte Sportwissenschaftler haben vor wenigen Monaten ein „Institut for Compassion“ gegründet, weil sie festgestellt haben, dass sie sich bestens ergänzen. Beide gehen der Frage nach, wie Menschen ihr Potential am besten entfalten könnten. Wie können Talente entdeckt und unterstützt werden? Nachhaltigkeit ist in der Sportförderung wichtig. Anhand der Ausbildung des Hoffenheimer Fußballnachwuchses demonstrierte der Sportpsychologe Mayer, wie Spitzensportler möglichst zielgenau gefördert werden. Je individueller verbesserungswürdige Bereiche (etwa die Sprintgeschwindigkeit oder die Schusstechnik) erfasst werden, je klarer dabei Zielvorgaben gemacht und motivierende Techniken eingesetzt werden, umso nachhaltiger lassen sich Verbesserungen erreichen. „Wir sind stolz, dass nun drei Fußballer Profis geworden sind, die als Bambini bei uns angefangen haben“, erzählt Mayer. Petra Johns bringt einen ganzheitlich-achtsamen Aspekt in die Förderung junger Menschen: „Man darf sich nicht nur über die Leistung definieren.“ Aus ihrer Praxis als Shiatsu-Lehrerin verweist sie darauf, dass die Pause, Unterbrechung und das Schweigen viel wesentlicher für die eigenen Körper-Wahrnehmung seien als der Drang nach Leistungssteigerung: „Das Glück kommt nicht von außen, sondern von innen.“ Johns schlägt für die Schule vor, mehr in Gruppen zu arbeiten, um die Schwarmintelligenz zu nutzen. Dies führte zu einer lebhaften Diskussion mit den Seminarkurs`lern. Jan Mayer stellte die Frage, ob Schüler wirklich in so vielen Fächern bis zum Abitur unterrichtet werden müssen. „Lasst die Schüler mitbestimmen, was sie lernen wollen“, regte Johns an. Doch die breit aufgestellte Allgemeinbildung ermöglicht auch neue Perspektiven. Die Schüler möchten sich diese Offenheit wahren, nur schlugen sie vor, nicht immer unbedingt für alles gleich bewertet werden zu müssen.

Birgit Schillinger


Jan Mayer und Petra Johns diskutierten am Hebel-Gymnasium über die Frage, wie Menschen ihr Potential am besten entfalten können.
Jan Mayer und Petra Johns diskutierten am Hebel-Gymnasium über die Frage, wie Menschen ihr Potential am besten entfalten können.