19.02.21

Lockdown am Hebel: Wie empfinden Schüler die Situation?

Ab Montag gibt es auch am Hebel-Gymnasium teilweise wieder Unterricht vor Ort. In den Jahrgangsstufen 1 und 2 werden in jedem Fach alle Stunden als Präsenzunterricht gehalten.

„Wir erachten alle Fächer als gleich wichtig. Der Eindruck unterschiedlicher Wertigkeiten, welcher durch die Zuweisung des einen Fachs zum Präsenzunterricht und eines anderen Fachs zum Fernunterricht suggeriert werden könnte, sollte strikt vermieden werden“, erläutert Schulleiter Stefan Ade.

Die Jahrgangsstufe 1 wechselt sich wöchentlich mit der Jahrgangsstufe 2 ab, um Kontakte zu minimieren. Der Unterricht wird nicht in geteilten Gruppen, sondern in vollständigen Kursen durchgeführt. „Das Hebel-Gymnasium verfügt über eine ausreichende Anzahl von sehr großen Unterrichtsräumen, in denen auch volle Kurse unter Wahrung der Abstandsregeln unterrichtet werden können“, versichert Herr Ade.

Für die jüngeren Hebelianer bis einschließlich Klasse zehn bleibt es vorerst beim Fernunterricht. Die Video-Live-Stunden über Big Blue Button werden von der Schülerschaft (und Eltern) wertgeschätzt. „Es läuft besser als im ersten Lockdown“ und „Die Online-Stunden geben meinem Tag eine Struktur“, meinen mehrere Schüler in einer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage. Die meisten Klassen haben etwa vier bis sechs Video-Konferenzen pro Tag. Für die anderen Schulstunden gibt es Aufträge. „Manche Lehrkräfte meinten es mit den Aufgaben anfangs zu gut, inzwischen hat es sich besser eingespielt“, meint eine Zehntklässlerin.

Schülersprecher Bosse Greiner empfindet die Arbeitsbelastung eher höher als sonst und ergänzt: „Die Angst, eine Abgabe oder Aufgabe zu verpassen, lässt uns nie richtig entspannen.“ Manche Schüler klagen über eine stärkere psychische Belastung. „Es ist definitiv schwerer die Grenze zwischen Schule und Freizeit zu finden“, erkennt eine Oberstufenschülerin.

Bosse sieht auch einen positiven Effekt: „Man lernt die Technik.“ Was für Schüler- und Lehrerschaft in gleicher Weise gilt! Der Wegfall des Schulwegs und die freie Zeiteinteilung bringen ebenfalls Vorteile. Neue Hobbys werden entdeckt: beispielsweise Malen, Lesen oder Schach. Und Schülersprecherin An Ngo hat aus der Pandemiezeit eine tiefgreifende Erkenntnis gewonnen: „Es ist erstaunlich, dass sich gesellschaftliche Normen auch rapide ändern können.“

Birgit Schillinger

Schülersprecherin An Ngo wertschätzt den Online-Unterricht, weil er einen festen Rhythmus in den Tag bringt.
Schülersprecherin An Ngo wertschätzt den Online-Unterricht, weil er einen festen Rhythmus in den Tag bringt.