„Wir lieben Karamell, wissen aber auch, dass der reine Zucker unsere Zähne kaputt machen kann. Alles klebt und bleibt hängen. Eine richtige Party für Karies!“, erklärt die elfjährige Marleen Elter ihr Problem. Das Dilemma hat die Sechstklässlerin motiviert herauszufinden, ob man eine gesündere Art von Karamell herstellen kann.
Bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“, der für die jüngeren Teilnehmer „Schüler experimentieren“ heißt, hat sie ihre Versuchsreihe vorgestellt und die Jury damit überzeugt: Sie gewann einen dritten Preis in der Regionalrunde.
Marleen gehört zur Jungforscher-AG des Hebel-Gymnasiums, die sich – vor dem Lockdown - einmal pro Woche für mindestens 1,5 Stunden zum Forschen und Experimentieren getroffen hatte. Die AG wurde 2017 von Denise Krug ins Leben gerufen und dieses Schuljahr von Denise Krug und Carmen Boettcher geleitet. In den Weihnachtsferien haben die Schüler im Mailkontakt mit ihren Betreuerinnen Fragen geklärt und ihre Projekte fertiggestellt.
So konnten drei Arbeiten bei „Jugend forscht“ eingereicht werden. Marleen hatte ihre Karamell-Versuche noch gemeinsam mit Matthias Grumann durchgeführt, die Dokumentation erstellte sie dann allein. Sie experimentierte mit Zucker, Stevia, Streusüße, Kokosblütenzucker und Honig – auch in Kombinationen -, um ihr geliebtes Karamell zu produzieren. Am Ende der Versuchsreihe stand die Erkenntnis: „Der Kokosblütenzucker ist unser Gewinner. Er hat am wenigsten Kalorien und karamellisiert auch.“
Heidi Stoeckner und Raphael Just aus der siebten Klasse hatten sich Fragen nach der Haltbarkeit von Luftballons gestellt: „Wann platzt ein Luftballon? Wir wollen wissen, welche Luftballons am belastbarsten gegenüber Druck und Temperatur sind.“ Die beiden 13jährigen Jungforscher untersuchten verschiedene Materialien wie Naturkautschuk und Latex sowie runde oder lange Formen. Sie beobachteten, wie sich die Konsistenz im Wasserbad verändert. Übrigens halten die Ballons etwa ein Bar als Druck aus – Naturkautschuk etwas mehr als Latex. Ihr Projekt wurde mit einem Experimentierkasten belohnt.
Maxim Sklyarenko arbeitete schon im letzten Schuljahr daran, einen Roboter mit besonderen Fähigkeiten zu bauen. „Der Lego-Roboter soll an Orte kommen, die dem Menschen nicht gut erreichbar sind und von dort auch Live-Aufnahmen machen oder, wenn nötig, dort auch etwas vom Boden aufheben und an die Kamera halten“, beschreibt Maxim sein Ziel. Auch wenn die Programmierung – wie im „richtigen“ Leben – nicht perfekt das gewünschte Ergebnis lieferte, konnte sich der Siebtklässler über einen Experimentierkasten als Sonderpreis freuen.
Birgit Schillinger
