Wenn das White Horse Theatre zu einem Auftritt an das Hebel-Gymnasium kommt, haben die jungen, britischen Schauspieler sowohl witzige als auch brisante Inszenierungen im Gepäck. Die Theatergruppe aus Soest zeigt seit 1980 englischsprachige Theaterstücke an deutschen Schulen.
Der Name des Theaters bezieht sich auf das weiße Pferd in der Flagge der Einwanderer, die vor 1500 Jahren aus Deutschland nach England kamen. Das Tier ist im Wappen von Westfalen, wo manche der Einwanderer herkamen und das Theater heute seinen Sitz hat, und gleichzeitig von Kent, wo sich die Einwanderer ansiedelten und wo Theatergründer Peter Griffith geboren wurde. Inzwischen ist das Tourneetheater zur europaweit größten professionellen Theatergruppe dieser Art geworden.
Dieses Jahr kamen im Hebel-Gymnasium zunächst die 5. Klassen in den Genuss einer lustigen Piratengeschichte zum Mitlachen und Mitdenken. Im Anschluss sahen die 9. und 10.Klassenstufen ein Stück über Mobbing. Dabei erlebten die Zuschauer die Perspektive zunächst der Opfer, dann der Täter und schließlich richtete sich der Blick auf die Beobachter, die wegsehen oder schweigen. Genau in den passiven Mitschülern liegt die größte Hoffnung: Denn wer hinsieht, kann handeln und etwas verändern. Und so ging es letztlich um Zivilcourage, Mitgefühl und Verantwortung.
Im Unterricht wurden die Texte bestens vorbereitet, teilweise sogar Szenen gelesen, sodass die Hebelianer dem Geschehen gut folgen konnten. Abschließend durften die Schüler den professionellen Schauspielern Fragen stellen, wovon in beiden Fällen rege Gebrauch gemacht wurde.
Birgit Schillinger
