Kein Problem für den Profi-Poetry-Slammer Nico K: Aus zwanzig Begriffen, die ihm die Schüler gegeben hatten, improvisierte er ein Rap-Gedicht, das so souverän klang, als habe er es schon lange eingeübt. Die Wort-Vorgaben waren Gedanken zur Poesie, zu ihrer Wirkung sowie zu ihren – teilweise verrückten – Inhalten.
Und daher musste Nico K spontan verschiedene Gefühle sowie ein Huhn und einen Schädel in sein Gedicht einbauen.
Mit diesem Einstieg hatte der Künstler aus Frankreich die Schüler der 7c sofort begeistert und in seinen Bann gezogen. Die Französisch-Lehrerin Sylvana Huber hatte den Poeten ans Hebel-Gymnasium eingeladen. Er kam in Begleitung der Französin Emilie Salinier, die diese Schulangebote des Karlsruher „Centre Culturel Franco-Allemand“ betreut und organisiert. Das deutsch-französische Kulturzentrum bietet seit einem Jahr Mitmach-Stunden zu Poetry Slam, Theater oder Zirkus für einzelne Schulklassen an.
Der Plan, die Schüler spielerisch zum Sprechen zu motivieren, geht bei den beiden Hebel-Klassen 6c und 7c auf. Nach anfänglicher Schüchternheit nennen die Schüler ihre Hobbys und müssen anschließend drei damit verbundene Begriffe plus passende Reimwörter suchen. Das Ringen um die geeigneten Worte bringt die Schüler ihrem ersten Vierzeiler in französischer Sprache näher. Und das Unerwartete gelingt: Am Ende der Doppelstunde hat jeder Schüler ein kleines, sich reimendes Gedicht geschrieben, das er dann vor der Klasse vorträgt. Dieser klasseninterne Poetry Slam ist kein Wettbewerb. Denn jeder ist ein Sieger und der Preis ist der Stolz über das eigene literarische Kunstwerk - en francais!
Birgit Schillinger


