Wie komme ich aus einer kritischen Situation heraus? Wie kann ich die Eskalation verhindern? Bei dem Kurs „Modern Self Defence“ (moderne Selbstverteidigung) lernten die Neuntklässler viele nützliche Tipps, wie sie in bedrohlichen Situationen reagieren sollten.
Der Schwetzinger Budo Club kam mit vier Mitgliedern unentgeltlich ins Hebel-Gymnasium, um in vier Klassen jeweils in einer Theoriestunde und zwei anschließenden Praxisstunden in der Turnhalle die Grundlagen der Selbstverteidigung vorzustellen: Dr. Karl-Heinz Link, Michael Hipp, Thomas Reimann und Frederic Junker hatten sich teilweise sogar Urlaub für die zwei Vormittage genommen. Die vier Kampfsportler bringen jahrzehntelange Erfahrung mit und können beeindruckende Erfolge vorweisen. Allen voran der 75jährige Dr. Karl-Heinz Link, der mit neun Dan stellvertretender Großmeister ist und von der Stadt Schwetzingen für sein Lebenswerk – 60 Jahre Kampfsport – geehrt wurde.
In der Theorie lernten die Hebelianer, dass zunächst das defensive Mindset dominieren sollte: Sicherheit geht vor, daher sollte der Angegriffene versuchen, die Situation zu entschärfen, indem er sich „aus der Achse herausdreht“, das heißt, sich wegdreht und nicht konfrontativ stehen bleibt. Michael Hipp betont: „Der beste Kampf ist der, der gar nicht stattfindet.“
Wenn es möglich ist, sind statt Vorwürfen eher „Ich-Botschaften“ – „Ich verstehe, dass du wütend bist“ – hilfreich. Offene Hände auf Brusthöhe ermöglichen, flexibel zu reagieren. Bei „Alkohol oder anderen Drogen“ kommt jedoch die defensive Reaktion an ihre Grenzen und der Angegriffene muss sich wehren, erklärt Michael Hipp. In der Sporthalle lernten die Schüler einfache Griffe und Bewegungen sowie schmerzhafte Nervenpunkte, mit denen sie sich befreien konnten.
Organisiert hatte das erstmalig angeboten Training Carolin Gutemann, die engagierte Leiterin des Arbeitskreises Mittelstufe, in dem es um Persönlichkeitsstärkung, Resilienz und Suchtprävention der Schüler in den Klassenstufen acht, neun und zehn geht.
Birgit Schillinger
